San Marco ist die bedeutendste und am reichsten ausgestattete mittelalterliche Kirche Vene-digs. Sie besitzt eine faszinierende Fülle an Dekor wie zum Beispiel den umfangreichsten Mosaikzyklus des Abendlandes und die Pala d´Oro, das zweitgrößte Emailbildwerk der Welt.
Bis zum Ende der Republik Venedig galt San Marco als die Hauskapelle der Dogen bzw. als die offizielle Staatskirche. Ab dem 19. Jahrhundert wurde sie schließlich zur Metropolitenkir-che. Der heutige Bau der Kirche stammt aus dem Jahr 1094 und geht auf den Auftrag des Do-gen Domenico Contarini (1043-70) zurück. Aus diesem Grund wird San Marco auch als Con-tarini-Kirche bezeichnet.
Durch die Eroberung von Byzanz und dem damit entstandenen neuen Repräsentationsan-spruch Venedigs kam es zu diversen Umbauten und Ausgestaltungen der Kirche. Am Außen-bau erfuhren die Kuppeln eine Erhöhung sowie eine nördliche Vorhalle wurde angebaut. Wei-ters kamen Marmorplatten als Dekor der Fassade zum Einsatz. Sein heutiges Aussehen erhielt San Marco gegen Ende des 14. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde die Kirche gotisiert und bekam dadurch die – für San Marco typische- orientalische Wirkung.
In der Folge sollen nun einige interessante und sehenswerte Details von San Marco Erwäh-nung finden:
Bronzene Pferde
Sie wurden 1204 in Konstantinopel erbeutet und befinden sich nun am Außenbau der Kirche in der Mitte der Galerie.
Spolien
Dabei handelt es sich um zwei Pfeiler, die mit Reliefs überzogen sind. Sie sind eine Art „Sou-venir“ von der Einnahme Acras (1257).
Tetrarchen
An der Südwestecke von San Marco befinden sich vier Porphyrfiguren, die als die vier Tetrarchen – Kaiser Diokletioan, Valerius, Maximian und Constantinus – bekannt sind. Eine alte venezianische Legende hingegen bezeichnet diese vier Figuren als Bösewichte, die den Schatz von San Marco rauben wollten und zur Strafe in Stein verwandelt wurden.
Mosaiken
Die Gesamtfläche der Mosaiken von San Marco beträgt etwa 4.240 m² und überwuchert somit restlos die Architektur. Die meisten davon sind gegen Ende des 12. Jahrhunderts und im Ver-lauf des 13. Jahrhunderts nach Entwürfen des Künstlers Tintoretto entstanden. Die Mosaike sind besonders sehenswert und sollten beim Besuch von San Marco auf keinen Fall ver-schmäht werden.
Pala d´Oro
Eine weitere Besonderheit San Marcos ist die Pala d´Oro, die sich in der Apsis der Kirche befindet. Hierbei handelt es sich, wie bereits erwähnt, um ein Emailwerk, das in vier ver-schiedenen Phasen entstanden ist. Der Beginn der Tafel geht auf die Jahre 976 bis 978 zurück. In diesen zwei Jahren sind die kleinen Medaillons von einem byzantinischen Goldschmied entstanden. Am Beginn des 12. Jahrhunderts kamen die quadratischen Emailplatten von ei-nem venezianischen Künstler hinzu. Diese zeigen Szenen aus dem Neuen Testament und aus der Markusvita. Durch die Eroberung Konstantinopels wurde 1209 der Aufsatz mit Emails hinzugefügt. Abschließend schuf der venezianischen Goldschmied Gianpaolo Buonisegna im Jahr 1345 die große Mitteltafel der Pala. Insgesamt hat die Pala d´Oro eine Breite von 3,45 m und eine Höhe von 1,40 m.
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