Der Dogenpalast hat eine über Jahrhunderte dauernde Baugeschichte. Der erste Sitz der Do-gen an dieser Stelle kann am Beginn des 9. Jahrhunderts ausgemacht werden. Dieser bestand damals komplett aus Holz und war ringsum von Wasser umgeben. Der Dogenpalast in heuti-ger Gestalt stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Rede ist hier von einer dreiflügeli-gen Anlage über einem leicht trapezoiden Grundriss. Der Südflügel stammt aus dem Jahr 1340 und unter Francesco Foscari ( 1423-57) wurde der ältere Westflügel durch einen neuen ersetzt. Abgesehen davon sorgte Foscari dafür, dass der Dogenpalast ein einheitliches Ausse-hen erhielt. In der abschließenden Bauphase, die bis ins 16. Jahrhundert andauerte, wurde der Ostflügel angebaut. Der Außenbau den Dogenpalastes zeigt einen kubisch geschlossenen, lastenden Oberteil, der von einer Vielzahl zerbrechlich wirkender Säulen getragen wird. Da-mit wird die Fassade des Dogenpalastes zum Abbild Venedigs – einer Stadt, die auf Pfählen errichtet ist.
An der Südostecke des Gebäudes stößt man auf die Ponte della Paglia (= Strohbrücke). Sie ist eine der ältesten Brücken der Stadt und wurde etwa um 1360 errichtet.
Die berühmte Seufzerbrücke (= Ponte dei Sospiri) befindet sich ebenfalls beim Dogenpalast. Sie verbindet diesen mit dem Gefängnis und ist am Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden. Die Seufzerbrücke ist eines der ersten Anzeichen von barocker Architektur Venedigs.
Die Porta della Carta ist ein Prunktor von Giovanni und Bartolomeo Bon aus Bergamo (1438-42). Sie stellt eine bauliche Verzahnung mit der Markuskirche dar. Die Porta della Car-ta besitzt vier Statuen von Tugendpersonifikationen (Besonnenheit, Tapferkeit, Weisheit und Barmherzigkeit). Auf der Wimpergspitze des Tores thront schließlich die Personifikation der Gerechtigkeit. Alle zusammen sollen die ethischen Aufgaben des Staates Venedig versinn-bildlichen. Porta della Carta heißt übersetzt, Papiertür. Dieser Name entstand dadurch, dass Bittsteller den Palast nicht betreten durften. Daher haben sie den Ratsmitgliedern ihre Schrift-lichen Petitionen an dieser Tür überreicht.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben